Fiat lux
Alles ist Melancholie. Gekleidet in Hedonismus. In einen Zauber aus Gold. Und glitzerndes Funkeln.
“Ich lebe in meiner Traurigkeit. Mein Autismus verbietet Veränderungen. Mein Automatismus verwehrt sich dem Neuen.
Mein Motor heißt Angst. Näher als mein Schatten. Umarmender als meine Haut. Schneller als meine Gedanken. Sie wohnt bei mir. Tagein, tagaus. Dann atme ich sie: Öfter als ich nach Luft schnappe.
Ich habe sie kultiviert und ich werde ihre Früchte ernten. Wir teilen unsere Zukunft. Als Freunde. Als Partner. Ich nehme sie beim Wort. Ich höre zu. Ich rede, ich lache, ich weine… ich reise mit ihr. Wir wissen nicht wohin. Ich kenne sie. Und doch kenne ich sie kaum.” Er drehte sich um und wartete auf eine Reaktion.
“Warum?”, fragte der andere.
“Ich weiß es nicht. Vielleicht weil ich sie liebe. Weil sie bei mir bleibt. Weil ich dann nur sie lieben muss. Ich kann das Gefühl improvisieren, denn ich weiß wie es funktioniert. Ich bin ein Schauspieler.”
“Und sonst hast du niemanden geliebt?”, fragte der andere.
“Ich glaube nicht.”, sagte der eine.
“Aber du hast es doch so oft geschworen.”
“Ich weiß wie es geht.”, er lächelte, während er die Decke betrachtete. “Fast dachte ich, das wäre ich.”
“Warum hast du es dann gemacht?”, fragte der andere.
“Meintwegen.”
Die Welt drehte sich nicht schneller. Sie hörte nicht zu.
Nur eine hatte zugehört. Sie hatte nach Liebe gefleht und gewonnen.
Nur wer sich selbst liebt, kann ängstlich sein. Wer sich zu sehr liebt,, kann ihr verfallen. Narzissmus reist auf ihrem Rücken. Und hinter ihrem Rücken kleidet er ihren Schatten in ein helles Gewand.
“Ich bin vielleicht zu wichtig für die Welt. Mehr als die anderen. Die Welt erwartet meine Zuneigung. Ich erwarte ihre. Ich gaukle Liebe, um sie zu gewinnen. Everybody’s Darling is everybody’s dream. Liebe ist für mich keine Gefühl. Liebe ist ein Spiel. Das größte, das trickreichste, das schwierigste, das es gibt.
Ich habe begonnen, mich dafür zu interessieren, wer wen mehr liebt. Und erst wenn ich weiß, ich liebe weniger, fühle ich den Sieg. For never Fifty-fifty.”
Nichts ist verwundbarer als das Gleichgewicht. Behäbigkeit ist des Bodens engster Freund.
“Verlust bedauert Verteilungen. Nicht den anderen. Die Liebe ist ein Kuchenrezept. Vergisst du die Zutaten, so kannst du nicht backen.”
“Glaubst du, es ist verloren?”
“Ich könnte beginnen, es in Erwägung zu ziehen.”
“Und worin liegt die Hoffnung, es nicht zu tun?”
“In einem Versuch.”
Die Welt hatte angehalten und das Unmögliche wahr gemacht. Aus dem Nichts ein Alles gemacht. Nach dem allen dem Nichts Gute Nacht gesagt. Und danach das Licht ausgemacht.
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