Popannes' Blog

10m ÜNN.

Posted in Uncategorized by popannes on November 3, 2011

Eine Wohnung. Ein Bett. Stühle. Karten. Ein Herz. Freunde. Gute. Weniger gute. Die Beste. Tausende Facebookeinträge. Familie. Einen Goldesel. Ein Tischleindeckdich. Eine Freiheit.

Wovon trennen?

“Trenne dich vom Wichtigsten. Alles andere würdest du vermissen.”, sagte die Welt als sie schlummernd und Kerzenlicht trunken an einem Martini nippte.

“Ich trenne mich nicht.
Physischer Entfremdung stelle ich große Erinnerungen entgegen.
Ein Sack voll Herzblut. Ein Koffer Hoffnung.
Ich spinne Fäden. In die Zukunft. Ich behalte sie in meiner Hand, selbst wenn ich sie wortlos überhole. Dann gehe ich langsam an ihnen vorbei, blicke zurück und verpasse es, neue zu knüpfen.
Ich kenne keine Narben. Ich denke in Wunden.”

Die Welt hob den Kopf und blickte sehnsüchtig in seine Augen. So als wollte sie eine Hand nehmen, sie in sein Gesicht legen und auf ihres den Hauch von Trost.

“Ich suche keinen Trost.
Wunden schmerzen nicht.
Man versteht sie ja überhaupt gar nicht.
Narben schmerzen. Wenn es regnet. Wenn das Wetter wechselt, dann bleiben da nur dumpfe Erinnerungen. Sehnsüchte. Dinge, deren Zusammenhänge man glaubt zu verstehen. Die keine Überprüfung zulassen, weil kein Blick sie durchschauen könnte.

Ich will nicht verstehen.

Fassungslosigkeit ist mein Pferd. ich reite es immer wenn die Sonne scheint.

Wer um Fassung ringt, der muss sich auf einen Patt einstellen. Oder einen Knock-Out. Alles eine Frage der Zeit und nicht die richtige für mich.

Sport ist Spott. Mord ist Sport. Alles eine Frage der Definition.”

Die Welt nahm einen Schluck, wankte zum Sofa, zog einen Zug Zigarette. Sie rauchte neuerdings. Kein Wunder nach Fukushima. Dem arabischen Frühling traute sie nicht. Sie war nervös geworden. Fast so als ob von Trier eine reale Gefahr ausginge…

“Schau mal: Die Geissens. Mit ihrer Terrasse. Die kann man 10 Meter in die Luft fahren. Und wenn sie da oben stehen und der Wind in ihr blondes Haar weht, dann ist die Geschichte auch schon erzählt.

Denn: Es passiert nichts.
Moment!

Nein… Es passiert nichts.
Tellerränder wohnen nicht 10 Meter ÜNN.”

“Was willst du mir damit sagen?”

“Ich kenne mich.”, sagte die Welt. “Ich habe jede Ecke gesehen.
JEDE.
Ich könnte ganze Atlanten in meiner Erinnerung nachzeichnen. Und doch ist ein Wimpernschlag oft die größere Geschichte.
Was ich damit sagen will?
Versuche nicht zu verstehen. Nur so kannst du der Freiheit entkommen.”

“Ich verstehe dich nicht.”

“Dann bist du ihr schon ein Stück näher.”

“Wem?”

Die Welt blickte aus dem Fenster. Sie wischte die Wolken von der Sonne, nahm einen Schluck Martini, überschlug ihre Beine und schließlich auch ihre Stimme:

“Der Idee. Der Idee von Hoffnung.”

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